6 Startpunkte f√ľr gutes Storytelling (Teil I)

Frederik Schafmeister am Laptop bei der Story-Erstellung

Wie fange ich mit dem neuen Blog-Artikel, dem neuen Video, dem neuen Podcast bloß an und wie baue ich eine gewisse Spannung auf?

Typische Fragen im Alltag des Content Marketings: F√ľr Inhalte jeglicher Art ist Storytelling das Zauberwort im Marketing des 21. Jahrhunderts. Das klingt manchmal hochtrabend, aber letztlich ist es nun einmal so, dass wir Menschen am liebsten Geschichten m√∂gen.

Rationale und zahlenbasierte Kommunikation funktioniert eigentlich fast nur zwischen Wissenschaftlern richtig gut; oder auch wenn das Interesse auf Seiten des Empfängers etwas zu Lernen sehr hoch oder gar dringend ist.

In einem spannenden Workshop mit der Storytelling-Expertin Petra Sammer habe ich k√ľrzlich flei√üig mitgeschrieben. Meine wichtigsten Erkenntnisse habe ich noch einmal geb√ľndelt und mit eigenen Beispielen verquickt. Jetzt ist also doch der rationale Lernwille eurerseits gefragt. Aber das schaffen wir ūüėČ

Der Startschuss: Fokus & Inspiration

Am Anfang braucht es immer einen inhaltlichen Fokus und etwas Inspiration. Hei√üt konkret 1) ich √ľberlege mir ein Thema √ľber das ich eine Story machen m√∂chte und 2) ich schaue mir √§hnlichartige Inspiration in der medialen Landschaft an. Denn das Rad komplett neu zu erfinden ist immer schwierig. Jedoch k√∂nnen wir unsere ganz pers√∂nliche Tonalit√§t und Blickweise reinbringen.

Ein kleines Story-Beispiel

Schauen wir uns in den n√§chsten Zeilen doch einmal ein konkretes Beispiel an, um die verschiedenen Startpunkte f√ľr Stories genauer festzumachen.

  • Fokus: Ein Eisdielen-Startup aus Dortmund
  • Inspiration: Ich schaue mir auf Instagram alle Hashtags zum Unternehmen an.
  • PS.: Ich habe sogar schon einen Beitrag im Petto, in welchem ich (teils unbewusst) die verschiedenen Ans√§tze genutzt habe. Dazu sp√§ter mehr.

Los geht es an die Arbeit. Also was sind die Möglichkeiten, die sich mir nun bieten? Ich habe mir die 6 Konzepte nach Petra Sammer noch einmal genauer angeguckt und veranschaulicht.

1. Herkunft

Unter Herkunft lassen sich alle inhaltlichen Ideen zusammenfassen, die den Ursprung von etwas oder von einer Person zum Anlass des Beitrags nehmen. Ich k√∂nnte also genauer ergr√ľnden, wer das Startup gegr√ľndet hat und was die ganz pers√∂nliche Geschichte der Gr√ľnderin/des Gr√ľnders ist.

Alternativ k√∂nnte auch ein Schwenk auf die allgemeine Herkunft des Gesch√§ftsfeldes „Speiseeis“ vollzogen werden. Diese zweite Herkunfts-Perspektive k√∂nnte angereichert werden mit Geschichten, warum Eisdielen bis heute so beliebt sind in Deutschland und wie immer wieder neue Gastronomien in dieser Branche entstehen.

2. Machart

Unter Machart l√§sst sich beispielsweise die Art und Weise einer Produktion, einer Dienstleistung beschreiben. Besondere Alleinstellungsmerkmale, verborgene Hintergr√ľnde oder sogar interessante technische Details k√∂nnen Anlass zum anekdotenhaften Ausschm√ľcken bieten.

Im Falle des Eisdielen-Startups ließe sich demnach ein Blick darauf werfen, wie die Eiscreme konkret hergestellt wird. Welche Rohstoffe, welche Zutaten kommen hierbei zur Verwendung und was ist das Besondere daran. All das könnten spannende Geschichten-Ansätze sein.

3. Werte

Was sind die Werte? Also Einstellungen, Ideale, Leitlinien, welche ein Unternehmen, eine Person oder eine Sache besonders machen? Nicht umsonst hat heutzutage jedes Unternehmen prominente Slogans, die sich mit passenden Stories untermauern lassen. Oder noch ein Regal höher gegriffen, eine große Unternehmens-Vision mit bildhaften Charakter.

Im Falle meiner Eisdiele lie√üen sich an dieser Stelle dann vor allem Aspekte, wie die Qualit√§t der Zutaten, der Anspruch beim Geschmack oder die Auswahl der Eissorten beschreiben. Vielleicht lie√üe sich auch das Thema der Vision bildhaft aufschl√ľsseln. Zumindest sofern ein lokal bis regional agierendes Unternehmen schon so weit gedacht hat.

4. Wirkung

Durch die erz√§hltechnische Konzentration auf die Wirkung einer Thematik kann ebenfalls z√ľgig ein roter Faden aufgebaut werden. Hierbei geht es vor allem um das Wecken bereits vorhandener Erfahrungen mit den Sinnen oder um emotionale Erinnerungen beim Konsumenten.

Apropos Erinnerungen – welches Beispiel eignet sich hier besser als Eis? Kindheitserinnerungen, Urlaubsmomente, sonnige Tage, positive Anl√§sse sowie ganz besondere Eissorten und Geschm√§cker. Die Liste an emotional besetzten Wirkungen ist lang. Mit Blick auf das Eis-Startup lie√üe sich bez√ľglich dem Wirkungs-Startpunkt definitiv eine gute Geschichte stricken.

5. Relevanz

Die Relevanz zum Anlass einer Geschichte nehmen; das klingt vielleicht banal, dennoch wird diese M√∂glichkeit aber oft unterschlagen. Die Kunst ist hierbei n√§mlich einen aktuellen Anlass zu finden, der in der Zielgruppe auch eine sp√ľrbare Bedeutung inne hat. Und eben nicht nur durch die eigene Brille (scheinbar) von Aktualit√§t gepr√§gt ist.

Ein gutes Beispiel f√ľr aktuelle Relevanz w√§re zum Start der Eisdielen-Saison so die allj√§hrliche Preiserh√∂hung der Kugel Eis. Sobald es den Menschen an ihr privates Geld geht, wird zun√§chst einmal jeder hellh√∂rig und m√∂chte die Gr√ľnde erfahren.

Schwierig könnte es dann möglicherweise sein trotzdem einen positiven Grundtenor im Rahmen der Story aufzubauen. Doch auch hier kann vielleicht wieder ein aktuelles Thema aushelfen. Wie beispielsweise die gestiegene Bedeutung der Qualität der Lebensmittel oder der Einsatz von Bio-Zutaten.

6. Brisanz

Ein brisanter Ausgangspunkt zielt auf eine thematische Richtung ab, welche gesellschaftliche Diskussionen ausnutzt oder starke Meinungen zum Anlass weiterer Recherchen nimmt. Boulevard-Zeitungen oder Privatsender im TV machen in sehr zugespitzter Form vor, wie das gut funktionieren kann. Nat√ľrlich lassen sich hier auch seri√∂se Geschichten erz√§hlen, doch der Startpunkt ist zun√§chst einmal polarisierend.

Blicken wir doch noch ein letztes Mal auf die Eisbranche. Was k√∂nnte hier extreme Meinungen hervorrufen? Mein erster Gedanke ist das Thema Zuckerreduktion oder noch extremer gesprochen die „Zuckersucht“ des Durchschnitts-Verbrauchers. Wie steht also ein Unternehmen aus der Branche zu diesem potentiellen Gesundheitskonflikt? Die entsprechenden Antworten k√∂nnten Stoff f√ľr eine spannende Geschichte bieten.

Welche Ansatz w√§hlst du f√ľr deine n√§chste Story?

Zum Abschluss bin ich nun noch mein versprochenes Story-Beispiel schuldig. Schaut gerne einmal in die hinter dem Bild verlinkte Instagram-Story rein. Da mir das Konzept damals noch nicht klar war, habe ich verschiedene Ansätze verquickt.

Screenshot Instagram: Story √ľber ein Eis-Startup

Die nächsten Story-Varianten folgen zugleich

Im Teil II werde ich noch etwas weiter in die Tiefe gehen und weitere 6 M√∂glichkeiten liefern, die sich mit den Ans√§tzen dieses Artikels kombinieren lassen. Am Ende des Tages gibt es also 32 Kombinationsm√∂glichkeiten an Perspektiven f√ľr eure Geschichte. Wer soll da noch sagen: „Ich wei√ü nicht wie und womit ich starten k√∂nnte?

To-Be-Continued als Wandgemälde
Photo by Reuben Juarez on Unsplash

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.